Das 3-Konten-Modell: Eine Woche in deutschen Finanzforen und was ich dabei über mein Geld gelernt habe

minimallesUncategorized1 year ago491 Views

Es fing mit einem simplen Reddit-Kommentar an.

Ich scrollte durch r/Finanzen – mal wieder auf der Suche nach Antworten auf die ewige Frage: “Warum bin ich am Ende des Monats immer pleite, obwohl ich doch ‘genug’ verdiene?” – als ich auf einen Thread stieß. Jemand schrieb: “Seitdem ich das 3-Konten-Modell nutze, diskutiert meine Freundin nicht mehr mit mir über jeden Coffee-to-go.”

Das hat mich neugierig gemacht. Nicht die Kaffeefrage an sich, sondern dieser seltsame Unterton von… Befreiung? Als hätte diese Person ein Problem gelöst, von dem ich nicht mal wusste, dass ich es auch hatte.

Also tat ich, was jeder Mensch mit zu viel Zeit und zu wenig Geld tut: Ich begann zu recherchieren. Was als “mal eben schnell googeln” geplant war, wurde zu einer einwöchigen Reise durch deutsche Finanzblogs, YouTube-Videos, Community-Diskussionen und sogar ein paar wissenschaftliche Paper über “Mental Accounting” (ja, wirklich).

Was ich fand, war mehr als nur ein weiterer Finanz-Hack. Es war ein komplettes System – eines, das scheinbar Tausende von Menschen nutzen, über das aber kaum jemand außerhalb der Finanz-Bubble spricht. Und je tiefer ich grub, desto mehr wurde mir klar: Das ist genau das, was ich die ganze Zeit gebraucht hätte.

Die Spur führt zu “Pay Yourself First”

Der erste tiefere Artikel, den ich fand, war ein Blogpost von einem deutschen Finanzcoach. Er erklärte das Grundprinzip so simpel, dass ich mich fragte, warum ich das nicht schon mit 18 gelernt hatte.

Das 3-Konten-Modell (oder “3-Konten-Modell”, wie es im deutschsprachigen Raum meistens genannt wird) basiert auf einem psychologischen Trick namens “Pay Yourself First”. Die Idee: Statt am Monatsende zu hoffen, dass noch Geld zum Sparen übrig ist, drehst du den Prozess um. Du bezahlst zuerst dein zukünftiges Ich – automatisch, direkt wenn das Gehalt reinkommt.

Das Geld wird dabei auf drei verschiedene “Töpfe” verteilt:

Konto 1 – Alltag/Basis: Fixkosten. Miete, Versicherungen, Lebensmittel. Das Notwendige.

Konto 2 – Spaß/Freizeit: Das Leben. Restaurant, Hobbys, Shopping. Das, wofür du eigentlich arbeitest.

Konto 3 – Zukunft/Sparen: Notgroschen, ETF-Sparpläne, langfristige Ziele.

Beim ersten Lesen dachte ich: “Okay, clever, aber ist das nicht nur fancy Budgeting?” Dann stieß ich auf den Begriff “Mental Accounting” in einem der Kommentare – und das war der Moment, wo es klick machte.

Der Mental-Accounting-Rabbit-Hole

Mental Accounting ist ein Konzept aus der Verhaltensökonomie. Die Grundidee: Unser Gehirn behandelt Geld unterschiedlich, je nachdem, in welcher “mentalen Schublade” es liegt.

Ein klassisches Beispiel: Du findest 50€ auf der Straße. Die gibst du wahrscheinlich viel leichter aus als 50€, die du hart erarbeitet hast – obwohl es objektiv der gleiche Wert ist. Dein Hirn hat das Geld in unterschiedliche “Töpfe” sortiert: “Geschenk vom Universum” vs. “Mein hart verdientes Geld”.

Das 3-Konten-Modell nutzt genau diesen psychologischen Mechanismus. Indem du dein Geld physisch (oder virtuell) in verschiedene Konten trennst, sagst du deinem Gehirn: “Dieser Topf ist für Spaß. Dieser ist für Überleben. Dieser ist für später.” Und plötzlich fühlt es sich nicht mehr schuldig an, das Geld vom Spaßkonto auszugeben – weil das dessen Job ist.

Ich scrollte weiter und fand einen Thread, wo jemand schrieb: “Früher habe ich mir jeden Restaurantbesuch schlecht geredet, weil ich dachte ‘Das Geld sollte ich eigentlich sparen.’ Jetzt schaue ich auf mein Spaßkonto, sehe 300€, und weiß: Die sind DAFÜR da. Mein Sparen läuft schon auf dem anderen Konto.”

Das war der Moment, wo ich dachte: Okay, das ist nicht nur Theorie. Das funktioniert tatsächlich für echte Menschen.

Die 50-30-20-Falle (und warum ich fast aufgegeben hätte)

Als ich nach konkreten Zahlen suchte, tauchte überall die gleiche Formel auf: 50-30-20.

  • 50% für Fixkosten
  • 30% für Lifestyle
  • 20% fürs Sparen

Klingt gut, oder? Ich setzte mich mit meinem Taschenrechner hin, tippte mein Nettogehalt ein, rechnete die Prozentsätze aus und… stellte fest, dass ich bei 50% für Fixkosten nicht mal meine Miete decken konnte. München, baby.

Ich war kurz davor, das Ganze als “unrealistischen Ami-Import” abzutun (die Regel kommt ursprünglich aus den USA), als ich auf einen Kommentar in einem deutschen Forum stieß: “Die 50-30-20-Regel ist ein Richtwert, kein Gesetz. Ich mache 70-20-10 und es funktioniert perfekt.”

Und dann noch einer: “Ich habe mit 60-25-15 angefangen und nach einem halben Jahr auf 55-30-15 optimiert, weil ich gemerkt habe, dass ich weniger Spaßgeld brauche als gedacht.”

Das war die Erkenntnis: Das 3-Konten-Modell ist ein Framework, kein starres System. Die Zahlen sind Ausgangspunkte für deine eigene Realität.

Die häufigsten Splits, die ich gefunden habe:

50-30-20 – Der Klassiker für mittleres Einkommen in Regionen mit moderaten Lebenshaltungskosten.

70-20-10 – Häufig empfohlen für hohe Fixkosten (teure Miete) oder niedrigeres Einkommen. Die Devise: Lieber realistisch starten als frustriert aufgeben.

60-25-15 – Ein guter Mittelweg, den viele nach ein paar Monaten Experimentieren als ihr “Sweet Spot” beschreiben.

Ich landete selbst bei 55-25-20. Nicht, weil das irgendwo empfohlen wurde, sondern weil das meine Realität abbildete: Miete ist teuer, aber ich wollte aggressiv sparen. Der Spaß-Anteil musste etwas kleiner sein – ein Trade-off, mit dem ich leben kann.

Der Schufa-Schock und die Pocket-Revolution

Okay, ich hatte die Theorie verstanden. Jetzt brauchte ich die Praxis. Mein Plan: Drei Konten eröffnen. Klingt einfach.

Dann stieß ich auf einen Thread mit dem Titel: “PSA: Eröffnet nicht drei Girokonten in kurzer Zeit – RIP mein Schufa-Score”

Moment. Was?

Ich las weiter. Mehrere Leute berichteten, dass das Eröffnen von mehreren Girokonten innerhalb weniger Wochen oder Monate ihre Schufa-Bewertung negativ beeinflusst hatte. Jede Kontoeröffnung = Schufa-Anfrage. Mehrere Anfragen in kurzer Zeit = “Warum braucht diese Person plötzlich so viele Konten? Geldprobleme?”

Das wäre ein klassischer Fall von “Das Heilmittel ist schlimmer als die Krankheit.” Ich wollte meine Finanzen in den Griff bekommen, nicht meinen Credit Score ruinieren.

Aber dann – und hier wurde es interessant – fand ich die Lösung: Pockets, Spaces, Unterkonten.

In den letzten Jahren haben mehrere deutsche Banken ein Feature eingeführt, das genau dieses Problem löst. Statt drei separate Girokonten bei drei verschiedenen Banken zu eröffnen, kannst du bei einer Bank bleiben und intern mehrere “virtuelle” Konten (Pockets/Spaces) erstellen.

Technisch gesehen hast du nur EIN Girokonto (eine Schufa-Abfrage), aber du kannst dein Geld trotzdem in verschiedene Töpfe aufteilen. Jeder Pocket hat seine eigene IBAN, du kannst Daueraufträge einrichten, und du siehst sofort, wie viel Geld in welchem Topf ist.

Die Community war sich einig: Das ist der Way to Go für 2025/2026.

Die Bank-Recherche: Was die Community wirklich nutzt

Ich verbrachte die nächsten zwei Tage damit, Forum-Threads zu durchforsten und herauszufinden, welche Banken die Leute tatsächlich nutzen – nicht, was in Werbeanzeigen steht.

Vier Setups tauchten immer wieder auf:

Setup 1: C24 – “Der Minimalist”

C24 war der Name, der in fast jedem Thread auftauchte. Die Leute schwärmten von den Pockets (bis zu 4+, je nach Kontomodell) und – das war für mich der Killer-Feature – Zinsen. Nicht nur auf dem Hauptkonto, sondern auch auf den Pockets selbst.

In der aktuellen Zinslage bedeutet das: Dein Geld arbeitet für dich, auch wenn es in der “Spaß-Schublade” liegt. Ein User schrieb: “Ich habe C24 jetzt seit acht Monaten. Zero Probleme, die App ist clean, und ich bekomme tatsächlich Zinsen. Warum bin ich nicht schon früher gewechselt?”

Für mich war das ein starkes Signal. Wenn du es simpel halten willst, kein Schufa-Risiko eingehen möchtest und trotzdem Zinsen kassieren willst: C24 ist aktuell schwer zu schlagen.

Best for: Menschen, die maximale Einfachheit wollen, ohne auf Features zu verzichten.

Setup 2: N26 oder Revolut – “Die App-Native”

Dann gab es die Fraktion, die alles am Handy managen wollte. Für die war die App-Experience entscheidend. N26 und Revolut wurden hier am häufigsten genannt – beide mit “Spaces” bzw. “Vaults”.

Ein Kommentar, der hängen blieb: “Ich bin 28, mein Leben läuft über mein Handy. Warum sollte mein Banking anders sein? N26 Spaces + Push-Benachrichtigungen = Ich weiß immer genau, wo ich finanziell stehe.”

Die Automationen sind intuitiv, die UI ist modern, und für Digital Natives fühlt es sich einfach… richtig an.

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Best for: Leute, die viel reisen (gute Fremdwährungskonditionen) oder eine schicke App-Erfahrung bevorzugen.

Setup 3: Das “Old-School Multi-Bank Setup”

Interessanterweise gab es auch eine Gruppe, die bewusst gegen die One-Bank-Lösung war. Ihr Argument: “Wenn mein Sparkonto bei einer komplett anderen Bank ist, komme ich nicht so leicht ran. Das ist eine psychologische Hürde, die ich will.”

Das klassische Setup:

  • ING als Hauptkonto (Alltag)
  • Barclays-Kreditkarte fürs Spaßkonto
  • Trade Republic für Sparen/Investieren

Ein User beschrieb es so: “Ich bin zu impulsiv. Wenn alles in einer App ist, gebe ich’s aus. Mit drei verschiedenen Banken muss ich mich aktiv einloggen, TAN eingeben… das nervt genug, dass ich’s nicht tue, außer ich brauche es wirklich.”

Best for: Menschen mit (selbst eingestandener) geringer Impulskontrolle, die bewusst Reibung einbauen wollen.

Setup 4: Der Power-User – “YNAB/Finanzguru + Single Account”

Dann gab es noch die Hardcore-Fraktion. Ein Girokonto. Eine Budgeting-App. Virtuelles Tracking.

Diese Leute nutzten Tools wie YNAB (You Need A Budget) oder Finanzguru und machten die komplette Aufteilung nur in der Software. Das physische Geld lag auf einem Konto (oft DKB), aber die App zeigte genau, wie viel in welchem “virtuellen Topf” war.

Kommentar aus dem Thread: “YNAB hat mein Leben verändert. Klingt dramatisch, aber es ist wahr. Ich sehe jeden Euro, jede Kategorie, jede Entscheidung. Und ich kann die Budgets dynamisch anpassen, ohne Daueraufträge zu ändern.”

Best for: Spreadsheet-Nerds, Menschen, die granulare Kontrolle lieben, und alle, die schon mit Budgeting-Tools vertraut sind.

Die Warnungen: Was die Community mich gelehrt hat

Während meiner Recherche stieß ich auf einen Thread mit dem Titel: “Warum das 3-Konten-Modell bei mir nach zwei Monaten gescheitert ist.”

Das war ein Reality Check. Nicht jeder, der das System probiert, bleibt dabei. Und die Gründe fürs Scheitern waren überraschend konsistent.

Fehler #1: “Ich mache das manuell”

Der häufigste Fehler – und der offensichtlichste im Nachhinein. Leute planten, jeden Monat manuell die Beträge zu überweisen. Am 1. des Monats. Ohne Ausnahme. Diszipliniert.

Spoiler: Das funktioniert nicht.

Ein Kommentar fasste es perfekt zusammen: “Im ersten Monat habe ich es gemacht. Im zweiten Monat einen Tag zu spät. Im dritten Monat habe ich es vergessen. Im vierten Monat habe ich aufgegeben.”

Die Lösung: Daueraufträge (Standing Orders). Set it and forget it. Das System muss automatisch laufen, sonst läuft es gar nicht.

Fehler #2: Der falsche Zeitpunkt

Dieser war subtiler. Leute richteten Daueraufträge ein, aber nicht am Tag des Gehaltseingangs. Sondern ein paar Tage später. “Damit das Gehalt definitiv da ist.”

Das Problem: In diesen paar Tagen gaben sie schon Geld aus. Und plötzlich fühlte sich das Geld auf dem Konto wie ihr Geld an. Der Transfer zum Sparkonto fühlte sich dann nicht mehr wie “Pay Yourself First” an, sondern wie “Geld wegnehmen”.

Die Lösung: Dauerauftrag exakt am Tag des Gehaltseingangs. Keine Gnade. Das Geld wird verteilt, bevor dein Gehirn realisiert, dass es da ist.

Fehler #3: Die Paar-Dynamik (50:50-Fairness-Falle)

Das war ein ganzer Subthread für sich. Paare, die versuchten, das 3-Konten-Modell gemeinsam zu nutzen, und über Geld stritten. Der häufigste Konflikt: “Warum zahlen wir 50:50, wenn du doppelt so viel verdienst wie ich?”

Person A verdient 4000€, Person B verdient 2000€. Gemeinsame Kosten: 2000€. Bei 50:50 zahlt jeder 1000€.

Person A bleibt: 3000€
Person B bleibt: 1000€

Person B fühlt sich unfair behandelt. Person A fühlt sich bestraft fürs Mehrverdienen. Beziehungsstress vorprogrammiert.

Die Community-Lösung: Anteiliges Split nach Einkommen.

Zusammen verdienen sie 6000€. Person A verdient 66.6%, Person B 33.3%. Also zahlt Person A 66.6% der gemeinsamen Kosten (1332€), Person B 33.3% (668€).

Person A bleibt: 2668€
Person B bleibt: 1332€

Beide haben den gleichen Anteil ihres Einkommens für gemeinsame Kosten verwendet. Fair.

Ein Kommentar brachte es auf den Punkt: “Seitdem wir auf anteiliges Split umgestellt haben, gibt es null Diskussionen mehr. Wir haben ein gemeinsames Konto für Fixkosten, jeder zahlt seinen Anteil ein, und der Rest ist privates Spaßgeld. Peace.”

Fehler #4: Zu ambitioniert starten

Der Klassiker. Jemand liest von der 50-30-20-Regel, entscheidet sich für 40-20-40 (“Ich spare jetzt 40%!”), und scheitert spektakulär nach sechs Wochen.

Die Weisheit aus den Threads: Lieber mit 10% Sparquote starten und das durchhalten, als mit 30% starten und nach zwei Monaten komplett aufgeben.

Das System funktioniert nur, wenn es nachhaltig ist. Und Nachhaltigkeit bedeutet: realistisch.

Meine Entscheidung: Warum ich bei C24 gelandet bin

Nach einer Woche intensiver Recherche hatte ich alle Infos. Jetzt musste ich eine Entscheidung treffen.

Ich bin kein Power-User. YNAB schien mir zu komplex für den Anfang – ich wollte erstmal das Grundsystem zum Laufen bringen, bevor ich in Advanced-Features einsteige. Das Multi-Bank-Setup reizte mich nicht; ich wollte es simpel halten.

Blieben: C24, N26, Revolut.

Ich ging für C24. Warum? Drei Gründe:

  1. Zinsen auf Pockets. In der aktuellen Marktlage ist das nicht selbstverständlich. Mein Geld sollte arbeiten, auch wenn es in der “Spaß-Schublade” liegt.
  2. Keine Schufa-Komplikationen. Ein Girokonto, mehrere Pockets. Clean.
  3. Community-Feedback. In fast jedem Thread, den ich las, schwärmte jemand von C24. Das war ein starkes Signal.

Wie ich es konkret aufgesetzt habe

Hier mein finales Setup:

Hauptkonto (Pocket 1) – Alltag: 55% meines Gehalts
Pocket 2 – Spaß: 25%
Pocket 3 – Notgroschen: 10%
Pocket 4 – ETF-Sparplan: 10%

Den ETF-Sparplan transferiere ich von Pocket 4 automatisch zu Trade Republic, wo ich in einen MSCI World investiere. Das ist optional – du kannst auch alles bei C24 lassen, wenn du nicht investieren willst.

Die Daueraufträge:

Am 1. des Monats (mein Gehalt kommt am 30./31.):

  • 25% → Pocket 2 (Spaß)
  • 10% → Pocket 3 (Notgroschen)
  • 10% → Pocket 4 (später zu Trade Republic)
  • Rest bleibt auf Hauptkonto (Alltag)

Und dann? Passiert einfach nichts. In dem Sinne, dass ich nichts tun muss. Das System läuft.

Was sich verändert hat

Ich nutze das System jetzt seit drei Monaten. Hier ist, was anders ist:

Ich fühle mich nicht mehr schuldig, Geld auszugeben. Wenn ich auf mein Spaßkonto schaue und 400€ sehe, dann sind das 400€ für Spaß. Nicht “400€, von denen ich eigentlich 200€ sparen sollte”. Einfach 400€. Das ist ihre einzige Aufgabe.

Ich spare tatsächlich. Früher: “Mal schauen, was Ende des Monats übrig ist.” Spoiler: Nichts. Jetzt: 20% meines Gehalts verschwinden automatisch in Sparen/Investieren, bevor ich überhaupt daran denken kann, sie auszugeben.

Ich denke weniger über Geld nach. Paradoxerweise. Früher habe ich ständig über Finanzen nachgedacht, weil ich nie wusste, wo ich stand. Jetzt weiß ich es. Das Denken ist erledigt.

Der Relationship-Saver: Was ich über Paare und Geld gelernt habe

Eine Sache, die mich während der Recherche überraschte: Wie viele Threads es speziell über “3-Konten-Modell für Paare” gab. Und wie emotional diese Threads waren.

Geld ist ein Beziehungsthema. Wer das leugnet, lügt sich selbst an.

Das klassische Setup, das immer wieder empfohlen wurde:

Ein gemeinsames Konto für alle geteilten Fixkosten. Miete, Strom, Lebensmittel, Netflix – alles, was “uns” betrifft.

Jeder behält sein privates Konto für persönlichen Spaß. Was du damit machst? Deine Sache. Was dein Partner damit macht? Deren Sache.

Der Game-Changer: Wie viel jeder ins gemeinsame Konto einzahlt.

Nicht 50:50. Anteiliges Split nach Einkommen.

Ein Kommentar, der mir im Gedächtnis blieb: “Seitdem wir das machen, gibt es null – und ich meine NULL – Diskussionen mehr über Geld. Ich kaufe mir Sneaker, sie kauft sich Bücher, niemand fragt ‘War das nötig?’ Und die Miete? Läuft automatisch vom gemeinsamen Konto. Beste Entscheidung ever.”

Das ist der psychologische Trick: Trennung von “unserem Geld” (gemeinsame Fixkosten) und “meinem Geld” (privater Spaß). Niemand muss rechtfertigen, wofür er sein Spaßgeld ausgibt. Komplette finanzielle Autonomie bei gleichzeitig fairer Kostenteilung.

Was ich aus dieser Woche gelernt habe

Es fing mit einem Reddit-Kommentar an. Eine Woche später hatte ich ein komplett neues Finanzsystem.

Aber weißt du, was ich wirklich gelernt habe? Dass Geldprobleme oft keine Geldprobleme sind. Sie sind Systemprobleme.

Ich hatte nicht zu wenig Geld. Ich hatte kein System, um mit dem Geld umzugehen, das ich hatte. Ich habe geglaubt, dass “mehr Disziplin” die Antwort ist. Aber Disziplin ist eine endliche Ressource. Systeme nicht.

Das 3-Konten-Modell ist so ein System. Es nutzt Automatisierung und psychologische Tricks, um dein Gehirn für dich arbeiten zu lassen, statt gegen dich.

Die fünf Kernprinzipien, die hängen geblieben sind:

1. Automatisierung ist nicht optional. Ohne Daueraufträge wird es nicht funktionieren. Punkt.

2. Nutze moderne Banken mit Pockets. Drei separate Konten = Schufa-Risiko. Pockets = keine Komplikationen.

3. Sei realistisch, nicht ambitioniert. 10% Sparquote, die du durchhältst, schlägt 30% Sparquote, die nach zwei Monaten stirbt.

4. Für Paare: Anteiliges Split + separate Spaßkonten. Das verhindert mehr Beziehungsstress als jedes Paartherapie-Buch.

5. Timing matters. Daueraufträge exakt am Tag des Gehaltseingangs. Kein “ein paar Tage später”.

Wenn du jetzt anfangen willst

Ehrlich? Fang einfach an. Du kannst die Prozentsätze später anpassen. Du kannst die Bank später wechseln. Das Schlimmste, was du tun kannst, ist, weitere drei Monate zu warten und dann immer noch frustriert zu sein.

Wenn du es simpel halten willst (und das würde ich empfehlen): C24 ist aktuell der Sweet Spot zwischen Funktionalität und Einfachheit. Pockets, Zinsen, keine Schufa-Komplikationen. Set it up, richte die Daueraufträge ein, vergiss es.

Wenn du mehr App-basiert unterwegs bist: N26 oder Revolut haben schicke Interfaces und gute Mobile-First-Erfahrungen.

Wenn du bewusst Hürden einbauen willst: Multi-Bank-Setup mit ING + Trade Republic.

Wenn du ein Spreadsheet-Nerd bist: DKB + YNAB/Finanzguru.

Aber egal, welches Setup: Der erste Schritt ist, überhaupt ein Setup zu haben.

Ein letzter Gedanke

Diesen Artikel zu schreiben – die ganze Recherche, die Threads, die Kommentare, die Trial-and-Error-Geschichten von echten Menschen – hat mir gezeigt: Finanzen sind nicht kompliziert. Wir machen sie kompliziert.

Das 3-Konten-Modell ist simpel. Vielleicht sogar zu simpel. Aber genau deswegen funktioniert es.

Also: Was hält dich ab?


P.S.: Die Links zu den Banken in diesem Artikel sind Affiliate-Links. Das bedeutet, wenn du dich über diese Links anmeldest, erhalte ich eine kleine Provision – ohne Mehrkosten für dich. Ich empfehle nur Services, die ich selbst nutze oder nach gründlicher Recherche für empfehlenswert halte. Danke, dass du damit diesen Blog unterstützt.

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